Dessous in der Werbung

– Es ist schon bemerkenswert, wie häufig ich Dessous im Alltag sehe. Eine Frau in Dessous als Werbung für irgendein Produkt. Dabei geht es meistens nicht darum, dass sich die Frau, die Dessous trägt, darin wohl fühlt, sondern dass das Produkt gut verkauft wird. „$ex sells“ wird bei der Vermarktung von Produkten betont und umgesetzt. Doch mal ganz ehrlich! Was hat zum Beispiel ein hochauflösender LED-Projektor mit Dessous zu tun?

Das ist nur 1 Beispiel. Die Realität ist, dass wir ständig Werbung mit erotisch aufgemotzten Frauen sehen, die in Dessous stecken. Auf mich wirkt das auf zweierlei Weise.

Ich sehe weg

Durch die Überfülle dessen, was ich sehe, bin ich abgestumpft. Etwas „Normales“ fällt mir (fast) nicht mehr auf. Meistens sehe ich die Farbe knallrot, verbunden mit sehr dicken Lippen und überdimensionalem Busen. Oft sehe ich bei solcher Werbung bewusst weg, denn es ekelt mich an.

Es gibt aber auch Zeiten, in denen ich mich über so etwas ziemlich aufrege. Es macht mich aggressiv und zornig. Fast wie bei einer Ampel, an der ich anhalten muss und die mich am Weiterkommen hindert, wenn ich es eilig habe.

Dicke Lippen und ein überdimensionaler Busen sollen wohl immer Erotik bedeuten und im Unterbewusstsein bei dem Menschen (dem Mann) Wünsche wecken, die er erfüllt haben möchte. Und irgendwie suggeriert mir diese Werbung immer:

das Produkt erfüllt Wünsche = die Frau erfüllt Wünsche

Ich sehe hin

Diese sexualisierte Werbung, die mich als Frau auf die Stufe einer wunscherfüllenden Hure degradiert, bringt mich auf die Palme. Im wahrsten Sinne des Wortes sehe ich rot.

Wenn ich mir dann die Frau, die als Model dargestellt wird, genauer anschaue, merke ich, dass fast nie das Dessous passt, das sie trägt. Meistens ist es nämlich zu klein, so dass möglichst viel von dem guten weiblichen Busen zu sehen ist, der ja „mitverkauft“ wird.

Wie irrwitzig solch eine Werbung ist, merkte ich erst, als ich mich bewusst damit beschäftigt habe. Seit ich mit Dessous zu tun habe und diese an die Frau bringe, habe ich keine einzige Frau gesehen, die genau so angezogen war, wie ein Model im Produktverkauf.

Im Gegenteil. Eine ganz normale Frau, die sich auch als solche bezeichnet, wird immer darauf bedacht sein, ein optimal passendes Dessous anzuziehen. Eine Frau wie ich, die alltäglich und manchmal auch hausbacken ist, zieht sich darunter das an, was nicht kneift, oder dralle Brüste macht. Frauen wie ich wollen im Alltag als gleichwertige Partnerin gesehen und nicht als Objekt der Begierde erniedrigt werden.

Ich entscheide mich

Ich entscheide deshalb, dass ich ein gutes und passendes Dessous anziehe, das meinen Wert als Frau unterstreicht.

Geht es dir genau so? Dann hinterlasse doch gerne einen Kommentar.

 

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