Dessous als Geschenk

– Geschenke sind etwas wunderbares. Gerade jetzt vor Weihnachten drehen sich die Gedanken sehr oft darum. Was schenke ich wem? Wie packe ich es am schönsten ein? Was bekomme ich wohl geschenkt? Seit Monaten bekommen wir suggeriert, dass es an Weihnachten nichts Wichtigeres gibt, als Geschenke.

Ich mag Geschenke und ich schenke gerne selbst. Dafür überlege ich oft sehr lange, was ich einer bestimmten Person schenken kann. Bei Menschen, die mir am nächsten sind, dauert es am längsten.

 

Geschenke früher und heute

Praktisches und Alltägliches schenkte man früher. Heute ist das nicht mehr so üblich. Es soll doch wenigstens einmal im Jahr etwas besonders sein. Zumindest für den Geliebten, denkt die Frau oder die Geliebte, denkt der Mann. Und so kommt mancher Mann auf die Idee, seiner Partnerin Dessous zu schenken.

Die Erfahrung lehrt mich aber, dass gerade so ein Geschenk bei der „Geliebten“ nicht ankommt. Dafür gibt es meistens mehrere Gründe. Es könnte sein, dass die „Geliebte“ grundsätzlich schöne Dessous ablehnt, dass die „Geliebte“ denkt: >er will mal wieder!<, oder dass das Dessous nicht passt. Egal was es ist, unter dem Weihnachtsbaum ist alles ein Dilemma.

Wie kommt man nun aus der Sache am besten heraus? Ich kenne ein Paar, das dies ganz souverän gemeistert hat und beide Partner dabei glücklich waren.

Jan und Anne

Jan wollte seiner Anne schon seit einiger Zeit ein schönes, mit Spitzen bedecktes, Dessous schenken. Aber Anne war dagegen. Sie mochte lieber schlichte und einfache Unterwäsche. Da zog eine junge Frau in der Nachbarschaft ein, die sich auf Dessous spezialisiert und ein kleines Lädchen hatte. Ohne diese Information zu haben, befreundete sich Anne mit der Nachbarin Vera. Als die Vertrauensbasis zu Vera gelegt war, nutzte Jan die Gelegenheit, mit Vera zu sprechen. Und damit hatte er eine Verbündete. Vera begann, Anne Dessous schmackhaft zu machen.

Erst nach etlichen Monaten traute sich Anne, die Dessous in Veras Lädchen anzuschauen. Ein weiterer Schritt für Anne war, dass sie auch mal Dessous bei Vera anprobierte. Vera verstand etwas von ihrem Fach und führte Anne sensibel an das für sie bisher Unbekannte heran. Irgendwann war es soweit und Vera hatte herausgefunden, welche Art von Dessous Anne am liebsten mochte.

Nun stand Weihnachten vor der Tür und dieses Mal wollte Jan seiner Anne ein Dessous als Geschenk machen. Bei Vera machte er sich kundig, was Anne gefiel, kaufte es und legte es ihr dann unter den Weihnachtsbaum. Es war das Richtige und Anne war über das Geschenk sehr glücklich.

Bei Anne und Jan hat es einige Zeit gedauert, bis Anne bereit war, auf Jans Wünsche einzugehen. Gerade bei Dessous ist zarte Rücksichtnahme ein unverzichtbares Fundament.

Der Gutschein

Um Dessous an Weihnachten zu verschenken, dafür gibt es auch eine Alternative. Das ist ein Gutschein. Diesen legt er unter den Weihnachtsbaum und sie sucht sich später aus, was ihr am besten gefällt.

 

Dessous waschen

Eine Frage, die ich häufig gestellt bekomme lautet: Wie wasche ich eigentlich Dessous? In der Tat kann man daraus eine Wissenschaft machen. Ich mache es einfach.

Früher, zu Zeiten unserer Großmütter, waren Dessous etwas Teures und Wertvolles mit Spitze und wurde deshalb entsprechend wertvoll und pfleglich behandelt. Im Gegensatz dazu gab es die alltägliche Unterwäsche, die vom Material her bedeutend robuster war und auch mal eine Kochwäsche vertragen konnte.

Grundsätzlich wird auch heute noch so unterschieden, auch wenn zu bemerken ist, dass alles was wir darunter anziehen, im weitesten Sinne zur Kategorie der Dessous gehört. Folgerichtig ist es in erster Linie wichtig, aus welchem Material die Dessous sind. Unterwäsche, die für Menschen geeignet sind, die zum Beispiel an Inkontinenz leiden, können bis zu 95 Grad in der Waschmaschine gewaschen werden.

Aber was ist mit den Materialien, die man heutzutage üblicherweise bei Dessous verwendet? Wie ist das mit den Bügeln beim BH?

Zauberwort: Das Wäschesäckchen

In der Regel geben Hersteller bei den Pflegehinweisen an, dass bei 30 Grad in der Waschmaschine gewaschen werden kann. Ich kenne kein Material, bei dem noch Handwäsche verlangt wird. Um jedoch die BH bei der Wäsche zu schützen, empfehle ich, ein Wäschesäckchen zu nutzen. Aus meiner Erfahrung kann ich sagen, dass bei solch einer Behandlung, BH und Dessous-Slips von guter Qualität, Wäschen bei 40 Grad im Wäschesäckchen bei mindestens 1000 Umdrehungen im Schleudergang der Waschmaschine, jahrelang gut überstehen.

Einmal jedoch ist mir folgendes passiert:

Morgens gleich nach dem Aufwachen dachte ich: „Lass mal die Waschmaschine laufen, bevor du was anderes machst. Dann kann die rumpeln und ist am Vormittag fertig.“ Gedacht, getan. Am Abend zuvor hatte ich die Wäsche bereits sortiert und musste sie nur noch reinstecken und laufen lassen. In der Eile des Gefechts hatte ich aber vergessen, meine Brille aufzusetzen. Also konnte ich die Anzeige an meiner Waschmaschine nicht lesen. „Naja“, dachte ich, „das ist nicht schlimm. Ich kenne ja meine Waschmaschine und weiß, wie weit ich ungefähr drehen muss, dass es bei 40 Grad steht.“ Also drehte ich den Knopf und startete die Maschine.

Als die Trommel fertig gewaschen war, hatte ich dann meine Brille auf. Und dann bekam ich einen riesigen Schrecken. Ich hatte meine Dessous mit 70 Grad gewaschen. Jetzt war ich wirklich gespannt, wie die Dessous raus kamen. Ich rechnete mit dem Schlimmsten. Doch siehe da: Bis auf eine leichte Verfärbung war nichts passiert. Alles hatte noch seine Stabilität und Elastizität.

Welch eine Erleichterung! Hast du so etwas auch schon mal erlebt? Teile es mir doch einfach mit, in dem du einen Kommentar verfasst.

 

 

Das erste Mal einen BH kaufen – 3 Geschichten

Erika und Lisa

– Erika beobachtet schon lange ihre Tochter Lisa und stellt irgendwann fest: Es ist soweit. Sie kauft einen BH und bringt ihn mit. Sie reicht ihn Lisa mit den Worten: „Zieh das mal an. Das brauchst du ab jetzt. Du musst es aber direkt auf der Haut anziehen“. Lisa geht aus dem Zimmer und will alleine sein. Da guckt sie sich das Ding erst einmal an. Es sieht komisch aus. Hat zwei weiche Schalen, die in der Mitte miteinander verbunden sind und an den anderen Schalenseiten sind sie durch Stoff verbunden, den man an den Enden irgendwie zumachen kann und somit miteinander verbinden. Träger hat das Ding auch. Irgendwie sieht es aus, wie ein verkürztes Unterhemd. Nun versucht Lisa ihr Glück und probiert es anzuziehen. Nach einigen Versuchen scheint es irgendwie zu passen. Also lässt sie den BH an und zieht sich ihre Oberbekleidung darüber. Mama Erika ist zufrieden.

Sofie und Doreen

– Sofie hat beim Umziehen im Sportunterricht bei ihrer Mitschülerin Doreen einen BH gesehen. Sie schaut an sich hinunter und stellt fest, sie will so einen BH auch haben. Nach der Schule geht sie ins Internet und googelt den Begriff „BH“. Viele Millionen Treffer spuckt ihr die Suchmaschine aus. Stundenlang sucht sie genau den BH, den ihre Mitschülerin hat. Endlich gibt sie auf. Am nächsten Tag geht sie in die Stadt und findet nach langer Zeit ein Geschäft, in dem man BH kaufen kann. Oh, diese Auswahl. Da sieht sie ihn. Den BH, den auch Doreen hat. Aber was ist nur die passende Größe? Sie schaut an sich hinunter und nimmt drei verschiedene Größen mit. Schließlich darf man ja nicht mehr mitnehmen, so steht es auf einem Schild über den ausgehängten Stücken. In der Umkleidekabine ist es kalt. Also lässt Sofie das Unterhemd an und probiert. Zu eng. Gleich weg. Der andere ist zu groß. Nun noch den dritten. Ihr ist schon eiskalt. Nun haben sich auch noch die Verschlusshäkchen in ihrem Unterhemd verfangen. Also doch das Hemdchen ausziehen. Ihre Brustwarzen ziehen sich zusammen und schmerzen. Sie hat Gänsehaut und will hier einfach nur noch raus. Okay, denkt sie beim letzten. Der passt ja irgendwie. Dann zieht sie ihre anderen Sachen wieder an und geht schnell an die Kasse. Egal ob er richtig passt oder nicht. Hauptsache es ist derselbe, wie der von Doreen.

Maria und Jenny

– Schon seit einiger Zeit bemerkt Jenny, dass sich ihr Körper verändert. Mama Maria merkt das auch und bei einer Gelegenheit, bei der die beiden alleine sind, fragt Maria ihre Tochter: „Na, du möchtest jetzt wohl auch langsam einen BH. Lass uns noch ein bisschen warten und dann kommt uns eine Frau besuchen, die ich schon sehr lange kenne. Sie bringt dann ganz viele BH mit, so dass du dir einen ganz schönen aussuchen kannst.“ Ungeduldig fiebert Jenny diesem Tag entgegen. Als die Frau dann da ist, ist Jenny begeistert von der großen Auswahl. Die Dame ist ganz alleine nur für Jenny da. Sie zeigt ihr, wie man den BH richtig anzieht. Wie man zum Beispiel die Häkchen zumacht, oder die Träger verstellt. Mit jedem BH darf sich Jenny in einem Spiegel anschauen und wenn sie es will, sich auch Mama zeigen. Gleich schon der erste BH, den sie ausprobiert, passt und gefällt ihr. Aber sie will noch viele andere probieren. Nach fast einer Stunde ist sie platt. Sie darf sich jetzt entscheiden. Glücklich zieht sich Jenny mit ihrem ersten BH in ihr Zimmer zurück.